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... aus Rheinland-Pfalz und Ruanda.

Geselle trifft Gazelle Reise 3.0 war ein voller Erfolg

 Kigali/Mainz. Hand in Hand auf gleicher Ebene mit jungen ruandischen Schülern arbeiten, Wissen austauschen und eine neue Kultur kennen lernen. Diese Möglichkeit hatten sechs Malergesellen und -gesellinnen aus Rheinland-Pfalz, Hessen und Baden-Württemberg im Mai diesen Jahres in Ruanda. Marco Almeida, Nils Olfen, Julian Göbel, Tim Wiemer, Basri Hoxha und Angela Agnano strichen und verzierten zusammen mit ruandischen Berufsschülern Krankensäle, Krankenzimmer und ein Orthopädiegebäude in Gatagagra, einer Einrichtung für körperlich behinderte Kinder und Jugendliche. Der Verein Geselle trifft Gazelle e.V. stellte diese Reise nun schon zum dritten Mal auf die Beine und schickte die jungen Maler auf eine soziale Reise nach Ruanda.

 

Begeistert waren die Gesellen nicht nur von der neuen Kultur und der einzigartigen Landschaft, sondern auch von dem Eifer der zwölf ruandischen Berufsschülern der Nyanza Technical School. „Unsere Gesellen können sich von den Schülern der Technical School ein großes Stück abschneiden, denn diese waren sehr hilfsbereit und dankbar, mit uns arbeiten zu dürfen.“, schwärmt Marco Almeida. Außerdem sei die praktische Arbeit im Team für die Schüler eine große und wichtige Erfahrung. Dem stimmt auch der stellvertretende Schulleiter der Nyanza Technical School, Dirk Baumann, zu, denn die Schüler lernen die Arbeiten der sogenannten „finishing work“ oft, da meistens die Mittel für Farbe und Werkzeuge fehlen, nur theoretisch. So konnten auf beiden Seiten viele neue Erfahrungen gesammelt und Freundschaften geschlossen werden. Nach einem abschließenden Besuch der Nyanza Technical School überreichten die Gesellen den Schülern Urkunden über Ihre Mithilfe im Projekt Geselle trifft Gazelle, wodurch sich deren Chance auf einen guten Job auf dem ruandischen Arbeitsmarkt verbessert.

2013 wurde das Projekt „Geselle trifft Gazelle“ als Kooperation des Fachverbandes Farbe, Gestaltung und Bautenschutz RLP mit dem Partnerschaftsverein RLP-Ruanda gestartet, dieses Jahr fand die dritte Reise nach Ruanda statt. Was mit einer Vision von Norbert de Wolf begann, ist jetzt mit einer Reise zu Freunden verbunden. Das gemeinsame Arbeiten an konkreten Projekten mit vor Ort hergestellten Materialen und verfügbaren Werkzeugen befähigt die jungen Ruanda, nach Abschluss ihrer Ausbildung, für ihr eigenes Einkommen zu sorgen. Doch das Projekt birgt nicht nur Vorteile für die Menschen in Ruanda. „Unsere jungen deutschen Gesellen lernen mit einfachsten Mitteln und Materialien Flächen zu gestalten. Teleskopstäbe werden aus Holz gemacht und mit der Machete bearbeitet, die Verdünnung kommt von der Tankstelle, man erlebt einfach viele Dinge ganz anders als in Deutschland.“, berichtet Heiko Herzog, erster Vorsitzender von Geselle trifft Gazelle e.V. fasziniert. Natürlich durften die Gesellen neben der Arbeit auch die Kultur kennen lernen und so wurde unter anderem eine Farbfabrik und eine ruandische Baustelle besucht. Auf dem regionalen Markt konnten einige Souvenirs eingekauft werden und auch eine Safari durch den Akagera Nationalpark durfte nicht fehlen. Möglich werden solche Erfahrungen nur durch die Unterstützung der Sponsoren Signal Iduna, Hawo GmbH, ikk Südwest, Festool, Sto AG, Shapefruit AG, Storch und der Maler-Einkauf Süd-West e.G., einiger Innungen und der vielen Vereinsmitglieder.

Dass Geselle trifft Gazelle einen nachhaltigen Eindruck hinterlässt, zeigt auch das Engagement von Heiko Herzog und Norbert de Wolf, die gemeinsam mehreren Farbherstellern aus Ruanda beim Aufbau eines Fachverbandes, der Rwanda Painting & Coating Association, helfen. Dabei wollen Farb- und Lackherrsteller aus Ruanda das Malerhandwerk und die gesamte Branche professioneller gestalten, um damit der wachsenden Nachfrage nachhaltig und qualitativ die Stirn zu bieten. Eine baldige Mitgliederversammlungin Ruanda, sowie die nächste Reise sind schon in Planung.

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